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Das Buchholzer Rathaus

Das ehemalige Buchholzer Rathaus, seit 01.01.1998 Sitz der Städtischen Wohnungsgesellschaft mbH Annaberg-Buchholz (SWA), steht auf dem Grund und Boden des ehemaligen Buchholzer Kurfürstenhauses und des Münzhofes. Buchholz hat in seiner fast 500jährigen Geschichte nicht nur ein Rathaus, sondern deren vier nacheinander besessen. Das Gebäude ist das vierte Buchholzer Rathaus gewesen.

Nachdem an diesem Standort das alte Kurfürstenhaus, welches Repräsentationszwecken diente und in dem das frühere Buchholzer Bergamt untergebracht war, verfiel, baute die Stadt Buchholz auf den Ruinen des Kurfürstenhauses und des ehemaligen Münzhofs im Jahre 1840 dieses Rathaus. Das sogenannte Kurfürstenhaus sowie der Münzhof wurde im Jahre 1507 in der damals üblichen Bauweise - Erdgeschoss aus Bruchsteinen - Obergeschoss in Holzbauweise - errichtet.

In diesem Haus war das Bergamt untergebracht. Bei kurfürstlichen Besuchen diente es dem Kurfürsten und seinem Gefolge als Hofhaltungsstätte. Bis gegen 1520 wohnte in diesem Haus auch der Bergvogt.
Im wichtigsten Raum, der großen Stube, fanden die Berghandlungen statt. Es wurde hier auch Berggericht gehalten. Ferner beinhaltete das Haus die sogenannte Brennkammer in der das Silber geschmolzen wurde. Seit 1512 hatte auch der Buchholzer Münzmeister seinen Platz. Die eigentlichen Münzräume lagen nach hinten hinaus. Deshalb hieß die heutige Straße an der Mühle früher auch ,,Münzgasse".

Im Frühjahr 1524 brannte das Gebäude zum ersten mal ab. Sein Wiederaufbau begann in der Woche vor Michaelis 1524, zog sich aber wegen der Bauernunruhen bis zum Jahre 1526 hin. Der gesamte Gebäudekomplex wurde massiv steinern errichtet, ... damit es nicht wieder ein Feuernest sei, und dass es Bestand habe... Keller, Hausflur, Küche und eine Stube sowie zwei weitere Räume im Erdgeschoss wurden gewölbt. Im Hauptgebäude gab es fünf größere heizbare Räume - einem im Erdgeschoss und vier im Obergeschoss. Die Treppen waren steinern und das Dach mit Schiefer gedeckt.

Nach der Verlegung des Buchholzer Bergamtes und der Münze im Jahre 1547 nach Annaberg, hatte es seine ursprüngliche Bedeutung verloren. Es blieb aber zunächst weiter dem Kurfürsten und seinem Gefolge als Übernachtungsstätte vorbehalten.

Am 28.01.1577 wurde es unter Festlegung der Bedingungen an den Stadtvogt Moritz am Steig zur Nutzung überlassen. Von 1608 bis 1638 diente das Kurfürstenhaus dreißig Jahre als Interimsrathaus. Wahrscheinlich hing es mit Geschehnissen des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zusammen, wo Buchholz mehrere Male von übel hausender Soldateska heimgesucht wurde. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Gebäude gegen Erbzins in ein Freihaus umgewandelt.

Das Buchholzer Rathaus in den Jahren 1840 - 1899. In dieser Zeit regierten die Stadt Buchholz folgende Bürgermeister:

1833 - 1844

Karl Traugott Donath
1844 - 1860 Heinrich Theodor Koch
1860 - 1873 Ernst Siegismund Heppe
1874 - 1885 Franz Louis Hünefeld
1885 - 1900 Gustav Albin Graf

Der wohlhabenden Stadt Buchholz konnte dieses Rathaus auf die Dauer nicht ausreichen. In der wirtschaftlich aufblühenden Stadt vermehrte sich der notwendige Verwaltungsaufwand, so dass der Platz in den Räumen bald nicht mehr ausreichte. Eine Erweiterung machte sich dringend erforderlich. So erfolgte in den Jahren 1900/1901 der Umbau in die Form, wie wir das Gebäude heute noch vorfinden. Baumeister war Wilhelm Peschke - Baukosten 70.000,- RM.

Ab der Jahrhundertwende regierten in diesem Haus nach folgende Bürgermeister:

1901 - 1906 Theodor Johannes Schmiedel
1906 - 1908 Rudolph
1908 - 1913 Arthur Johannes Hofmann
1913 - 1914 Dr. jur. Paul Julius Erich Merkel
1915 - 1921 Dr. Horn
1921 - 1945 Horst Schimpf
12.5. - 30.6.1945 Florian Müller, kommissarisch

Nach der Zusammenlegung der beiden Stadtverwaltungen Annaberg und Buchholz im Jahre 1945 wurden die einzelnen Abteilungen nach und nach ins Rathaus nach Annaberg verlegt. Es blieb bis zuletzt das Bauamt und die Bauverwaltung im Gebäude. Zuletzt bis im Jahre 1990/1991 befand sich die Staatliche Versicherung der DDR im ehemaligen Rathaus.